Blockheizkraftwerk

BHKW

Eines der ersten Blockheizkraftwerke Berlins (abgekürzt BHKW) entstand schon Anfang der 80er Jahre in der ufaFabrik. Damals wurde ein ausgedienter LKW zur Strom- und Wärmeerzeugung umfunktioniert. Der Dieselmotor trieb einen Generator an und die im Kühlwasser und Abgas enthaltene Energie wurde mit Hilfe von selbstgebauten Wärmetauschern zur Heizung und Warmwassererzeugung genutzt.

Schon damals reduzierte eine Rauchgaswäsche die Schadstoffe im Abgas. Dieser noch vergleichsweise primitive "Mao-Diesel" erzeugte etwa 50 Kilowatt Strom und rund 100 Kilowatt Wärme und nutzte die im Brennstoff enthaltene Energie bereits deutlich besser aus, als die besten Kohlekraftwerke. Der Hauptvorteil eines Blockheizkraftwerkes liegt darin, dass seine Leistung viel besser an den tatsächlichen Energiebedarf anpassbar und die Entfernung bis zu den Verbrauchern sehr klein ist. Somit bleiben hier die Energieverluste viel geringer als bei einem Großkraftwerk.

1994 wurde der "Mao-Diesel" durch ein computergesteuertes Kraft-Wärme-System mit noch höherem Wirkungsgrad ersetzt. Dessen Kernstück sind zwei Sechszylinder-Motoren und zwei Spezialgeneratoren, die zusammen rund 88 kW Strom und 190 kW Wärme erzeugen.

Ihr Treibstoff ist Erdgas, das bei der Verbrennung wesentlich weniger Schadstoffe freisetzt als Kohle oder Heizöl. Ein Katalysator reinigt das Abgas der Motoren und ein Wärmetauscher nutzt die Abwärme zum Heizen. Der größte Teil der so erzeugten Elektrizität wird auf dem Gelände selber verbraucht.

Ein Teil des Stroms gelangt in das Netz der BEWAG, was der ufaFabrik einen kleinen Erlös pro Kilowattstunde einbringt; der konventionell erzeugte Strom aus der Steckdose kostet allerdings erheblich mehr. Auf den greift die ufaFabrik nur bei erhöhtem Bedarf zurück, etwa bei parallelen Doppelveranstaltungen mit hohem Beleuchtungsaufwand. Die Gebäude der ufaFabrik sind heute zudem durch ein modernes, gut isoliertes Leitungssystem an die zwei BHKWs angeschlossen, was die Wärmeverluste zusätzlich verringert.

In der Vergangenheit lieferten die BHKWs mit rund 300.000 kWh 75% des Strombedarfs der ufaFabrik; nur ca. 100.000 kWh mussten von der BEWAG bezogen werden. Die Grafik macht die Unterschiede der Umweltbelastung zwischen konventioneller und alternativer Erzeugung des jährlichen Strombedarfs der ufaFabrik deutlich.
Seit Oktober 2003 hat die ufaFabrik ihren Stromlieferanten gewechselt und bezieht seitdem 100%-igen Ökostrom aus regenerativer Energie.